Die Entstehung des Sportvereins 1909 Würzburg




 
Home
Wir über uns
So erreichen Sie uns
Kalender - Termine
Mannschaften
Links
Rechtliche Hinweise
Kontakt
Forum



In dem Bericht ist weniger der Personen gedacht, deswegen, weil Personen vergehen, aber die Tat bleiben und sich bewähren muß.

Um die Jahre 1906 - 1908 war der Fußballgeist über die Grombühler Schuljugend der oberen Klassen gekommen. Am oberen Steinbergweg, in einem eingeebneten Stein- bruch, trugen sie ihre Wettspiele aus. Die Grenze der beiden Mannschaften war ungefähr die Brücknerstraße, die eine Mannschaft östlich, die andere westlich davon. Nach Einbringung der Ernte war dann ein Stoppelacker der Spielplatz, was zwar auch kein Ideal war, denn die harten Stoppeln taten weder den Knien noch dem Ball gut. Anfangs des Jahres I909 wurde von diesen jungen Leuten, die jetzt meistens in der Lehre waren, ein Fußballverein, FC Hellas, Grombühl, gegründet. Das Trikot war gelb-blau. Gespielt wurde jetzt auf dem Exerzierplatz Galgenberg. Dort war ja auch lange die Heimat von FV 04 und Kickers. Ungefähr den gleichen Weg war auch die Jugcnd im Mainviertel gegangen. Ihr Verein, die Borussia, hatte schwarz-weiß- gestreifte Trikots. Als Spielplatz wurde -der Viehhof benutzt, was auch seine Nachteile hatte, denn oft mußte dem Ball im nahen Main, und dies auch zu kalter Jahreszeit, nachgeschwommen werden. Nach vielen harten Fußball- und Redeschlachten kamen von beiden Seiten die maßgebenden Vereinsfunktionäre zusammen. Bald war auch eine Einigung erzielt. Die Spielvereinigung 09 war gegründet. Als Spielerkleidung wurde der heute noch getragene Dreß, weiße Hose mit dem roten Trikot, gewählt, die Aufnahme in den Süd- deutschen Fußballbund vollzogen und die ersten Verbandsspiele absolviert, und zwar in der C-Klasse. Damals gab es drei Klassen, und Fußballvereine gab's noch nicht viele. Es war für den jungen Verein nicht leicht, zu bestehen. Einmal in finanzieller Hinsicht, da dem Verein kapitalkräftige Mitglieder fehlten und die Spiele in Schweinfurt, Bamberg, Bad Kissingen und Forchheim ausgetragen werden mußten, zum anderen waren damals an den Sonntagen die Geschäfte von 11 bis 13 Uhr geöffnet, da durften die Kaufmannsstifte nicht wegbleiben. Die anderen wieder mußten in die Sonntagsschule und Christenlehre. Es wurde zwar öfters geschwänzt, doch war es oft sehr schwer, elf Spieler zusammenzubringen, von denen jeder noch sein Fahrgeld mitbringen mußte. Aber es hat immer geklappt. Ebbe war immer in der Kasse, aber der Mannschaftsgeist war gut. Mit der Zeit hatten wir die B-Klasse erreicht und dazwischen auch den Pokal im Gau gewonnen. Unsere Spielgegner waren zu dieser Zeit bis 1914: TV 73, Viktoria, Hellas
 
 
1913 Würzburg, FC 05 und Union Schweinfurt, Bad Kissingen, Bayern Kitzingen, SC 08 und FV 1912 Bamberg. Ein guter Mittelplatz war uns meist sicher. Es karn 1914... und aus war es mit Fußballspielen. Fast der ganze Verein mußte einrücken. Bis zum Jahre 1917 ruhtc der ganze Vereinsbetrieb. Von da ab nahmen die, welche verwundet in die Heimat zurückgekehrt waren, die Vereinsgeschäfte wieder in die Hand. Alle, die noch draußen oder in den Lazaretten waren, wurden schriftlich betreut. Eine Vereinszeitung wurde geschaffen und jedem zugeschickt, die Verbindung war wieder geschaffen. Auch der Krieg ist einmal zu Ende gegangen. Herbe Verluste für den Verein waren besonders die Kameraden Georg Herget, Oskar Molitor, Werner, Rebholz, Schäfer und Dekant! _ Ehre ihrem Andenken! Die Heimgekehrten kamen durch schwere Verwundungen meistens für das Spiel nicht mehr in Frage. Es hieß also neu aufbauen. Zuerst mußte die Finanzlage gelöst werden. Zwar hatten wir durch unsere Beiträge während des letzten Kriegsjahres etwas auf der Hand, doch lag uns die Schaffung eines Sportplatzes im Sinn. Durch Abhaltung bunter Abende, die besten Würzburger Komiker waren damals in unseren Reihen, waren wir zu einigen Mark gekommen. Bemerkenswert ist es auch, daß wir damals den ersten Boxkampf in Würzburg veranstalteten. Leider hat die Inflation unser mühsam gespartes Geld entwertet. Als Spielplatz benutzten wir nun den Platz an der Mergentheimer Straße. Das Glanzstück des Vereins war damals die Jugend. Um der ewigen Platzfrage Herr zu werden, schlossen sich der damalige FC Hellas 19I3 im Mainviertel und wir, die Spielvereinigung 09 dem Turnerbund Jahn 1892 als Fußballabteilung an. Das Zusammenleben mit den "Jahnlern" war, durch die damalige Trennung zwischen Turnern und Sport einerseits, und dadurch, daß sie uns auch keinen Sportplatz verschaffen konnten, nicht von langer Dauer. Wir wurden, unter dem neuen Namen "Sportverein 09 wieder selbständig. Die folgenden Jahre waren spielerisch mit die besten in der Geschichte des Vereins. Hauptsächlich aus den damaligen Jugendmannschaften des FC Hellas und der Spielvereinigung war diese Mannschaft gebildet worden. Die Meisterschaft und der Kreispokal Unterfranken wurden im gleichen Jahr, 1926/27, errungen, und die Aufstiegsspiele brachten uns in die damalige Kreisliga Unterfranken.

L u d w i g S c h o t t, Ehrenvorsitzender